[ ANTIK! ]: Antike Grabstätte enthüllt schweres Leben römischer Arbeiter!

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Antike Grabstätte enthüllt:
schweres Leben römischer Arbeiter!

 Überreste gezeichnet von Knochenarbeit, soziale Fürsorge kam aber nicht zu kurz!

Rom (pte/11.06.2008/11:25) – Eine neu entdeckte Grabstätte aus dem ersten nachchristlichen Jahrhundert einige Kilometer westlich von Rom gelegen ermöglicht Archäologen seltene Einblicke in die Lebens- und Arbeitsweise von Hafenarbeitern und anderen Handwerkern in der Antike.

 

Nahe Rom wurde eine antike Grabstätte von Hafenarbeitern entdeckt (Foto: pixelio.de, sunsetforum)

 

Die Totenstadt nahe dem Ort Ponte Galeria war bereits im vergangenen Jahr zum Vorschein gekommen, als Polizisten Aktivitäten von Grabräubern bemerkt hatten, die auf der Suche nach wertvollen altertümlichen Artefakten waren.

Zwar seien Funde von Grabstätten in der Nähe Roms nicht selten, so die Sprecherin der römischen Archäologie-Behörde http://archeoroma.beniculturali.it, Gabriella Gotto. Die meisten seien jedoch Gräber privilegierter Bürger gewesen. Der Fund bei Ponte Galeria hingegen könne nun mehr Aufschlüsse über die Arbeiterklasse geben.

Die Funde belegten, dass das Leben der niederen Klassen im feudalen Rom ein schweres Los gewesen sein muss. Rund zwei Drittel der insgesamt 270 zu Tage geförderten Skelette stammen von Männern im Alter zwischen 20 und 40 Jahren, viele seien von schwerer körperlicher Arbeit gezeichnet. Sehnenentzündungen und Knochenprobleme seien häufig festgestellt worden, Wirbelsäulen waren verkrümmt und Leistenbrüche erkennbar. Der Zustand der Überreste lasse darauf schließen, dass die Männer entweder in einer nahegelegenen Salzmine gearbeitet hätten, wo sie schwere Lasten auf ihren Rücken tragen mussten, oder am Bau von Hafenanlagen des kaiserlichen Roms beteiligt waren, so die Forscher.  

Unter den im sandigen Boden gut erhaltenen Skeletten fand sich auch das eines Mannes Mitte 30, dessen Ober- und Unterkiefer miteinander verwachsen waren. Untersuchungen ergaben, dass diese Person – höchstwahrscheinlich von seiner Familie gepflegt – über ein durch seine Zähne gebohrtes Loch mit Flüssigkeiten oder halbfester Kost ernährt wurde. Für die Archäologen ist dies ein Beweis, dass auch die unteren Klassen für ihre Invaliden gesorgt haben. So habe die Grabung einen Blick auf eine Arbeitergemeinschaft gegeben, die „bescheiden und durch starke Bande und Solidarität füreinander gekennzeichnet war“. Die Archäologen bezeichneten den Fund überdies als einen der umfangreichsten innerhalb der letzten Jahren. (Ende)

Redakteur: Claudia Misch

 

 









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