[ ZERR.Spiegel! } Arnulf Baring an den »Spiegel«

Leserbrief von Arnulf Baring an den »Spiegel«
DEUTSCHLAND VON SINNEN: Leserbrief von Arnulf Baring an den »Spiegel«
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Leserbrief
von Arnulf Baring
an den »Spiegel«


 

 

 

(Via:  Akif Pirinçci)

 

Arnulf Baring, visit at the CJD Christophoruss...
Arnulf Baring, visit at the CJD Christophorusschule Königswinter (Photo credit: Wikipedia)

Leserbrief von Arnulf Baring an den »Spiegel«

Vorbemerkung (von Andreas Lombard): Hat der Spiegel nicht die Größe, kritische Leserbriefe zu veröffentlichen? Hat er wegen sprudelnder Anzeigenaufträge keinen Platz für sie? Wollte er bei seinen Lesern keine offenen Türen einrennen? – Wir wissen es nicht. Aber wir geben unseren Lesern gern einen Leserbrief zur Kenntnis, den der Spiegel seinen Lesern offenbar nicht zumuten mochte. Geschrieben und abgeschickt hat ihn der Historiker Arnulf Baring.

 

Leserbrief an den Spiegel

Betr. Ihren Beitrag »Es gibt sie noch, die bösen Dinge«,
Heft 16 vom 14.4.2014, S. 136 f.

Sehr erstaunt, ja, völlig verblüfft, habe ich Ihren Beitrag über Thomas Hoof und die Firma Manufactum gelesen, mit dem Sie das Erscheinen des Buches Deutschland von Sinnen von Akif Pirinçci begleiten. Leider hatte ich Mühe, in Ihrem Text etwas über das Buch zu erfahren. Dafür aber las ich umso mehr über Manufactum-Produkte wie Taschenmesser und Filzstiefel, deren Zusammenhang mit dem Inhalt des Buches mir völlig unklar blieb. Ich bin fassungslos, dass der Spiegel nicht willens oder nicht fähig ist, das Buch von Akif Pirinçci sinnvoll einzuordnen und sachlich zu bewerten. Obwohl ich Ihr Magazin durchaus schätzte, stelle ich verblüfft fest, dass Sie sich in diesem Fall als geradezu vernagelt zu erkennen geben.

Dabei ist der Fall doch völlig simpel und offenkundig: offenbar werden Sie, wie andere Medien auch, mit der Tatsache nicht fertig, dass ein türkischstämmiger Deutscher einfach anderer Meinung ist als Sie. Er nimmt hiesige Tatsachen anders wahr, was Sie offenbar nicht wahr haben wollen. Dabei ist doch offenkundig, dass wir innen-wie außenpolitisch vieles ganz anders sehen als andere Länder. Seit wir Deutschen friedfertig geworden sind, uns nur noch mit aller Welt verbrüdern wollen, können wir uns nicht mehr vorstellen, dass es Länder mit militaristischen, imperialistischen Zielen gibt. Ebenso wenig können es manche hinnehmen, dass unsere Innenpolitik ganz anders wahrgenommen werden kann als dass, was unsere Medien, auch Sie, für wirklich halten.

Ich hatte Gelegenheit, sehr frühzeitig die Entstehung des fraglichen Buches aus der Nähe zu beobachten. Ich gestehe, dass ich eine echte Kampfschrift erwartete und dann völlig erstaunt war, ein vergleichsweise mildes Werk zu studieren. Nach meinem Eindruck hat der Verlag das Manuskript so umsichtig betreut, dass mir das Ergebnis beinahe bieder zu sein scheint.

Ich verstehe daher die jetzige Aufregung als ein Zeichen dafür, dass wir uns offenbar völlig abgewöhnt haben, kontroverse Themen auch offen kontrovers zu diskutieren. Ist es nicht geradezu unglaublich, wie realitätsfern verschlafen auch die Redaktion des Spiegel mit akuten gesellschaftlichen Sichtweisen umgeht, die zumindest in diesem Fall den eigenen Meinungen widersprechen. Ich kann Ihnen versichern, dass die verschiedenen Verschwörungstheorien, die jetzt auftauchen, völlig unsinnig, ja der reine Quatsch sind.

Ich wäre Ihnen dankbar, wenn Sie zu einer nüchternen, sachlichen Auseinandersetzung über ein Buch beitrügen, das ich auf seine Weise für wichtig und durchaus diskutabel halte. Bitte geben Sie sich künftig etwas mehr Mühe, breite und offene Debatten bei uns in Gang zu setzen!

 

Mit besten Grüßen

Arnulf Baring

 

 

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Akif Pirincci: Deutschland von Sinnen: Der irre Kult um Frauen, Homosexuelle und Zuwanderer

 Das Buch, welches dem Spiegel-Leser
mies gemacht werden soll! 

 

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